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Smart Cities & Mobility Start-ups: Wenn das Produkt zum Markt passt, aber nicht skaliert

By Elia Pradel - 23 January 2018

Bei EarlyMetrics bewerten wir innovative Unternehmen durch die Analyse ihrer nicht-finanziellen Parameter*. Wir beurteilen 50 Hauptkriterien aus drei verschiedenen Bereichen, den „Säulen“: Team, Projekt, Ökosystem.

Angesichts von bisher 1.500 bewerteten Start-ups und Jungunternehmen hat Early Metrics eine riesige Menge Daten angesammelt und analysiert, und wir können nun einige wiederkehrende Trends und Charakteristika ausmachen, die vom Reifestadium, Ursprungsland und, vor allem, der Branche abhängen.

Nehmen wir den Smart Cities & Mobility (SCM) Sektor. Er macht 11 % unseres Portfolios aus und die Unternehmen repräsentieren ein spannendes Reservoir an Innovation in umweltfreundlicher Mobilität, erneuerbarer Energie, dezentralisierter Stromerzeugung und Signalverarbeitung.

Wie schlagen sich diese Unternehmen im Vergleich mit anderen Branchen, die wir analysiert haben?

Wenn wir SCM-Start-ups mit anderen Branchen vergleichen, sind die Durchschnittsbewertungen sehr ähnlich: Alles in allem sind SCM-Unternehmen keine Überperformer und auch keine Unterperformer. Auch wenn wir SCM-Start-ups mit anderen Branchen anhand der „Säulen“ vergleichen, liefern diese Vergleiche keine signifikanten Einblicke. Während die SCM-Start-ups tendenziell im Bereich „Team“ besser bewertet werden und etwas niedriger bei „Projekt“ und „Ökosystem“, sind die Unterschiede nicht signifikant (jeweils unter 1,5%). Eine Gesamtbewertung oder eine Bewertung nach “Säulen” sind daher nicht sehr aussagekräftig. Die größten Unterschiede finden sich eigentlich auf der Ebene der einzelnen Kriterien. Werfen wir einen Blick darauf, wo die signifikanten Unterschiede zwischen SCM-Unternehmen und anderen Branchen sind.

Gründerteams mit starken Experten lassen Smart Cities & Mobility-Produkte glänzen

SCM-Start-ups liegen sehr gut bei zwei Kriterien: Marktexpertise und Überzeugungsfähigkeit. Bei der Marktexpertise liegen die Unternehmen üblicherweise 5% oder mehr über Start-ups in anderen Branchen. Eine ähnliche Ziffer findet sich bei der Überzeugungsfähigkeit, wo SCM-Gründer um 3% über dem Durchschnitt liegen.

Dies kann ganz einfach erklärt werden: Unternehmer, die ein SCM-Unternehmen starten, haben meist mehrere Jahre Erfahrung in der Branche und beginnen daher die Unternehmer-Karriere mit einem wertvollen professionellen Background und hoher Expertise. Städte sind eine komplexe Mischung aus Infrastruktur, Dienstleistern und Regulierung. Die Unterschiede in Interessen und Stakeholdern machen es für Branchenneulinge schwer, ohne gutes Netzwerk die richtige Positionierung oder die richtigen Ansprechpartner zu finden. Stadtverwaltungen und etablierte Unternehmen zu überzeugen, Tests und Pilotprojekte zu ermöglichen, ist ebenfalls eine große Herausforderung. Ohne die richtigen Verbindungen und die Fähigkeit zu überzeugen, haben Smart City-Projekte geringe Chancen, jemals verwirklicht zu werden. Das komplexe Ökosystem zu durchdringen und sich darin zurechtzufinden, erfordert daher langjährige Branchenerfahrung.

Das israelische Start-up Electroad – eine automatische Lade-Infrastruktur für Elektrobusse – ist ein gutes Beispiel für ein Start-up, das dank der hohen Werte bei den oben beschriebenen Kriterien eine hohe Bewertung bei der „Team-Säule“ erzielt. Die erfahrenen Gründer haben schon in einem sehr frühen Stadium ihre Fähigkeit zu überzeugen demonstriert, indem sie trotz des relativ hohen Risikos ihres Geschäftes und des in dieser Branche üblicherweise langen Investment-Horizontes erfolgreich Investoren an Bord geholt haben.

Aber diese Unternehmen tendieren dazu, bei den Wachstums-/Skalierungs-Kriterien schlechter abzuschneiden

 Wenn Gründer oft einen starken technischen Background haben, so zeigen viele SCM-Start-ups Schwächen bei kommerziellen Fähigkeiten. Dies wird unterstrichen durch Bewertungen bei den Kriterien Finanzmanagement, Komplementarität der Gründer und Kommerzielle Fähigkeiten, wo die SCM-Unternehmen im Schnitt 5% unter anderen Branchen liegen. Das typische Profil eines Smart City-Unternehmers ist daher ein Techniker mit beschränkten finanziellem und kommerziellem Geschick. Zum Beispiel besteht GreenOn – ein Software Developer Kit, das die Transportmittel des Smartphone-Besitzers erkennt – derzeit aus drei hochtechnischen Gründern, die einen CEO suchen, um die Strukturierung des Unternehmens und die kommerzielle Entwicklung zu unterstützen.

Außer bei den kommerziellen Fähigkeiten sind SCM-Unternehmen tendenziell auch schwächer bewertet im Bereich Verhandlungsmacht des Lieferanten (6% unter anderen Branchen). Dies liegt weniger an den Fähigkeiten der Gründer als an den Gegebenheiten in der SCM-Branche: Energie- und Transport-Start-ups können nicht alleine agieren und sind von zahlreichen Dritten sehr abhängig, seien es Regierungsstellen, Technologiegiganten, die eine Kernkomponente liefern, oder traditionelle Hardware-Partner (Lieferanten, Hersteller, Ingenieursunternehmen usw.). SCM-Start-ups müssen es oft akzeptieren, nicht die volle Kontrolle über ihren Betrieb zu haben und müssen daher ein starkes Ökosystem an zuverlässigen Partnern schaffen, wenn sie wachsen wollen.

„Smart Money“ für smarte Städte und Transportunternehmen

SCM-Unternehmer sind oft Marktveteranen, deren Idee entstand, weil sie in ihrem früheren Job immer wieder mit bestimmten Herausforderungen konfrontiert waren. Oft schaffen sie es nicht alleine, eine neue Technologie oder ein neues Angebot in den Markt zu bringen. Forschung und Entwicklung und Pilotprojekte sind teuer und die Gründer neigen dazu, den Fokus auf das Produkt zu legen und nicht auf das Kommerzielle – zumindest bei den ersten Schritten im Leben des Unternehmens. Vielleicht benötigen CSM-Unternehmer „Smart Money“ mehr als andere Branchen. Bargeld alleine ist keine Lösung – besonders wenn Gründer schwache kommerzielle Fähigkeiten aufweisen -, aber ein wirkliches aktives Investment mit Netzwerk, kommerzieller Unterstützung und Bargeld wird einen doppelt so hohen Nutzen haben wie in anderen Branchen, weil es genau die kritischen Punkte adressiert, mit denen Smart City-Unternehmer konfrontiert sind.

 

*Early Metrics bewertet junge innovative Unternehmen im Auftrag von Investoren und Unternehmen und verwendet dabei eine spezielle wissenschaftliche Methode. Das Gesamtergebnis ist eine Bewertung von bis zu 100. Für mehr Informationen über unsere Methodik und Services: contact@earlymetrics.com

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